JU DO - ist eine, aus Japan stammende, Kampfsportart deren Prinzip "Siegen durch Nachgeben" beziehungsweise " maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand" ist. Die darauf basierenden Judo/JuJutsu Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst, dass heißt viele ursprüngliche Waffen-, Tritt- und Schlagtechniken wurden entfernt, um aus einer Kunst die bis dahin vorwiegend zur Selbstverteidigung angewandt wurde, eine ganzheitliche Lehre für Körper und Geist zu machen. Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Halte-, Hebel- und Würgetechniken.
Begründer der japanischen Kampfsportart Judo war Jigoro Kano (* 28. Oktober 1860 ; † 4. Mai 1938 ). Jigoro Kano wurde in Mikage in der Präfektur Hyogo (Nähe Kyoto) als Abkömmling eines armen Samurai-Clans geboren. Nach dem Tod seiner Mutter (1870) siedelte seine Familie 1871 nach Tokyo über. Jigoro Kano begann 1877 an der Kaiserlichen Universität "Tokyo Teikoku" sein Studium. Durch den deutschen Medizinaltar Bälz soll er zum Studium des Ju-jutsu animiert worden sein.
Judo - was ist das?
Judo kommt aus dem Japanischen und bedeutet "der sanfte Weg". Judo ist eine Kampfkunst, die 1882 von dem Japaner Jigoro Kano aus anderen bestehenden fernöstlichen Kampfkünsten entwickelt wurde, die in Vergessenheit zu geraten drohten. Kano war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Dabei wollte Kano weniger die kriegerischen Aspekte und Härte der vorhandenen Kampfkünste in den Vordergrund stellen, als vielmehr auch weichere Aspekte wie Siegen durch Nachgeben, Charakter und Persönlichkeitsbildung. Er war bemüht die Kriegskunst durch das Do (s.u.) zu ersetzen und eine Kampfkunst zu lehren, die auch als Lebensweg zu verstanden war.
In den Folgejahren entwickelte Kano das Judo kontinuierlich weiter. Seine Judo Schule nannte er Kodokan, was übersetzt Schule zum Studium des Weges bedeutet.
Ju sanft, weich, geschmeidig, nachgiebig.
Do im Sinne von Weg, Pfad, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Prinzip.
Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im wesentlichen zugrunde:
Ziel ist es diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und bewusst in jeder Bewegung zum Ausdruck zu bringen.
1. Das gegenseitige Helfen und verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen (Jita-Kyoei).
2. Der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist (Sei-ryoku-zenyo)
Baelz war zwischen 1876 und 1905 Professor an der kaiserlichen Universität in Tokio und gleichzeitig einer der kaiserlichen Leibärzte. Einer seiner Schüler war Jigiro Kano. Man kann also sagen, ohne die Schwaben gäbe es kein Judo.
Verbreitung des Judo
1890 wurde Kanos System von offiziellen Stellen in die Erzihungsprogramme von japanischen Schulen übernommen. 1908 wurde es Pflichtfach an allen japanischen Mittelschulen. 1901 wurde Judo erstmals in Europa, in London vorgestellt. 1906 eröffnete Erich Rahn die erste deutsche Judo Schule. 1933 entstand der deutsche Judo Ring, der 1953 in den deutschen Judo Bund umbenannt wurde. 1951 gab es die erste Weltmeisterschaft in Judo, 1964 war Judo zum ersten Mal olympisch.